Macht Geld gesellschaftlich?

Hey :),
wahrscheinlich bist du gerade von Instagram auf meine Webseite gekommen.
Wenn das der Fall ist, heiße ich dich herzlichst willkommen und es freut mich, dass du vorbeischaust.

shopping business money pay
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Für die einen ist Geld nichts Wichtiges für die anderen ist es wie ein Schal, der zu eng um den Hals gebunden ist.

Für die Menschen, die sagen, dass Geld nichts Wichtiges sei, ist es meistens so, weil sie keine Probleme damit haben. Entweder: Sie leben am Nordkap und versorgen sich selbst durchs Jagen, Angeln und Bäume fällen oder (was wahrscheinlicher ist) sie haben einfach genug Geld und müssen nur selten ihre Kosten durchkalkulieren.

In diesem Beitrag möchte ich nicht auf die Armut in Deutschland hinweisen oder wohlhabendere Menschen kritisieren.

Mir geht es um was anderes: Nämlich wie gesellschaftlich man mit viel oder wenig Geld ist.

Wir leben in einem Jahrhundert, in dem schier nichts unmöglich scheint. Man kann zum nächsten Kontinent fliegen, mit Delfinen schwimmen gehen, in einem Eishotel übernachten, seine Kindheitshelden live im Disneyland sehen oder ein Festival-Wochenende mit hunderttausend Menschen verbringen.

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Manchmal frage ich mich, ob das Leben früher besser war, als noch nicht alles so „einfach“ möglich war. Als man im Dorf seine Gemeinschaft hatte und sich dort das Leben abspielte.

Irgendwie sind wir doch schon zu einer komischen Gesellschaft mutiert: einer stinklangweiligen und versnobten ..

-Warum muss man auf überteuerte Festivals fahren um mal „frei“ zu sein. Um mit anderen die Musik und die Liebe zu genießen?!

– Warum muss man in „den“ Urlaub fahren um anderen die Erlebnisse unter die Nase zu reiben … man gucke sich Island an. Die Insel war schon vorher toll, aber jetzt muss Gott und die Welt dorthin um sagen zu können „Boah, ich bin so viel besser als du, weil ich dort war.“

– Warum hat jeder Mensch eine verfickte Bucket List?

– Warum kann man nicht vor Ort Spaß haben?

– Warum muss immer alles Geld kosten?

Ok, Butter bei die Fische – Ich bin ein Mensch, der schon versucht, ohne Geld und viel Aufwand, Spaß zu haben, z.B. Geocaching. Es ist eine Sache bei der man eigentlich nur ein Handy braucht und einmal im Jahr 30 € zahlt.

Man hat viel Freude und fühlt sich wie ein kleiner Entdecker.

Geocaching: Ist eine Art Schnitzeljagd, in der es darum geht, an den verschiedensten Orten Cashs zu suchen und sich in diese schriftlich einzutragen. Cachs sind meistens kleine Filmdosen, die eine Zettelrolle beinhalten. (So jedenfalls die Kurzfassung.)

Ich fahre gerne Fahrrad oder Inliner, gehe wandern und im Sommer am liebsten in der Natur schwimmen.

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Oder hier habe ich mit Freunden an einer Talsperre den Abend mit mitgebrachtem Essen verbracht. ♥

Aber ehrlich gesagt, sind das meistens alles Aktivitäten, die ich mit meinem Freund mache oder mit nur sehr wenigen Menschen.

Wenn man sich die „Masse“ anguckt, ist es doch eher so, dass man dazu verleitet wird Geld auszugeben. – Klar, könnte man sagen: „Mach ich nicht, ich gebe dafür kein Geld aus.“ Aber, wenn wir mal ehrlich sind, schießt man sich damit ins eigene Tor.

Viele Aktivitäten kosten einfach Geld und sogar sehr viel Geld.
Allein ins Kino zu gehen, mit Popcorn und Getränk, kostet ca. 20 €.

Ein alter Arbeitskollege von mir, tourt wöchentlich durch Deutschland um in Clubs zu gehen, in denen sich das Leben abspielt, dazu kommen noch mehrere Festival-Besuche. Ich finde das ziemlich cool, aber wenn man nicht gut verdient, kann man sich solch einen Lebensstil nicht leisten. Allein die Preise vom Tomorrowland sind so obzön, dass von einem Ticket eine Kleinfamilie sich einen Monat lang Essen kaufen könnte.. (225 € – 285 €, wenn nicht sogar mehr) und diese Preise steigen jährlich an.

Die Veranstalter wissen einfach, dass viele Leute „dumm“ genug sind sich Tickets zu holen. Ist irgendwo auch verständlich, denn viel Leben spielt sich hier nicht in der Umgebung ab .. meistens bekommt man die Menschen nur mit Kommerz aus ihren Löchern .. #sorrynotsorry

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Photo by Vishnu R Nair on Pexels.com

Ich war bereits auf dem Tomorrowland und ich fand es einfach krass. Krass teuer. Eine einfache scheiss Pommes hat 7 € gekostet. Jeder DJ klang am Ende gleich und hundert Mal wurden die selben Lieder gespielt. Zum Schluss bin ich sogar noch früher abgehauen, als David Guetta es nicht geschafft hatte, auf seiner Anlage „Play“ zu drücken.. achja und eins kann ich sagen: Es hat dort die ganze Zeit widerlich gestunken, weil jeder geschwitzt und seinen Alkoholfurz rausgelassen hat.

Ich kann aber auch nicht verneinen, dass es Festivals gibt, die mich immer noch reizen würden und natürlich ist das alles Geschmackssache! Aber man muss eben gucken, wie viel man dafür ausgeben möchte, dass ein gehypter DJ auf seinem Laptop Play drückt ..

Meiner Meinung nach ist heutzutage vieles kommerziell. Das Wochenende muss so verbracht werden, dass man anderen berichten kann, was man tolles gemacht hat. Wenn ich erzähle, dass ich wandern war, wird es meistens mit einem „ok“ abgefertigt. Dass man dabei aber mega coole Sachen erleben kann, ist vielen nicht bewusst.

Man gucke sich die Rappbodetalsperre an. Dort sammeln sich durch die Hängebrücke und der Megazipline Gott und die Welt .. Mit friedvoller Natur hat das nichts mehr zu tun. Einen Parkplatz dort zu finden, kostet nicht nur 4 €, sondern auch viele Nerven.

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Hängebrücke Rappbodetalsperre : http://www.harzinfo.de

Auch in Bad Harzburg finde ich die Preise des Baumwipfelpfads mit 8 € unverschämt. Ich habe das Geld einmal dafür ausgegeben, aber gelohnt hat sich das, meiner Meinung nach, nicht.

Der Harz ist immer wieder ein schönes Beispiel dafür, dass sich die Menschen dort tummeln, wo man Geld ausgeben kann: Hexentanzplatz Thale, Rappbodetalsperre, Bad Harzburg, Torfhaus, Hahnenklee, Wurmberg …

Natürlich habe ich auch viele Attraktionen vor Ort besichtigt, aber für mich gibt es eine persönliche Regel:

Es gibt Dinge, die toll sind und Geld kosten dürfen, aber nur dann, wenn ich das nicht immer brauche und dann, wenn sich nicht zu viele Menschen dort tummeln.

Immer, wenn ich wo war, wo sehr viele Menschen sind, bin ich danach sehr erschöpft und muss mich durch Ruhe und kühle frische Luft wieder aufladen.

Ich fahre Motorrad, was auch ein super teures Hobby in der Anschaffung ist. Viele Motorradfahrer fahren am Wochenende durch den Harz und ein heißer Treffpunkt ist das Torfhaus. Mir ist das immer zu viel Getümmel und meistens vermeide ich am Wochenende in den Harz oder zumindest die starkbefahrenen Strecken zu fahren .

Wahrscheinlich bin ich oft genug auch ein Mensch, der sich im Konsumverhalten nicht von anderen unterscheidet. Dennoch versuche ich die Zuckerpfützen, an denen sich die Ameisen sammeln, zu vermeiden.

Ich mag es gesellschaftlich zu sein, aber ich mag es nicht, wenn es überteuert und ohne Wertschätzung ist. Manchmal bekomme ich ein ganz beklemmendes Gefühl, wenn ich auf Veranstaltungen bin, wie zum Beispiel dem Schützenfest. Dann fühlt es sich so an, als wären wir hirnlose Mast-Schweine .. die ihren Hals nicht voll kriegen und mich selber schließe ich nicht aus .. vielleicht kennst du derartige Gefühle.

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Aber ich will nicht nur meckern. Es gibt auch Sachen, die ich wirklich super finde oder fand.

Zum Beispiel war ich mal auf der Ideen-Expo und dort traten kostenlos verschiedene Künstler auf. Das war einfach total schön, wie meine Mum und ich zu Bosse getanzt haben.

 

Später waren wir nochmal bei ihm auf einem Konzert und ich muss sagen, dass er tolle Gefühle mit seinen Konzerten erschafft. Leichtigkeit und Liebe. Abseits von Konsum und „wer ist der Beste hier“.

Aber wahrscheinlich geht es anderen so, wenn sie auf dem Tomorrowland sind, wie gesagt, es ist alles meine subjektive Meinung.

Was ich mit diesem Beitrag einfach sagen möchte: Ist, dass ich es schade finde, dass sich das Leben meistens dort tummelt, wo man Geld ausgibt und dass es in der Kindheit einfach anders war.

Dort hatte man sich draußen aufm Spielplatz getroffen und die besten Tage überhaupt erlebt. Seine 2 € Taschengeld hat man vielleicht mal beim Kiosk für ne bunte Tüte ausgegeben, aber das war’s auch schon.

Man brauchte kein Entertainment, man war selber die Unterhaltung.

Wäre doch schön, wenn sich das alles wieder ändern würde …
und man nicht „ausgestoßen“ wird, wenn man kein Geld hat.

PS. Es ist auch schade, dass sich derzeitig viele Leute in Shisha-Bars treffen. Für mich ist das einfach nichts. Allein schon die Musik, die in solchen „Bars“ abgespielt wird, ist für mich eine Strafe (Bausa, Capital Bra und wie sie alle heißen). Dazu kommt, dass man sein Geld für irgendeine Chemie-Scheiße ausgibt und nur doof rumsitzt.

So #hatersgonnahate

Bleib dabei,
deine Wolfsfrei ♥

 

6 Gedanken zu „Macht Geld gesellschaftlich?“

  1. Ja mohoin 😀

    Interessanter Beitrag der zum Nachdenken anregt. Wenn ich überlege das ich mit wirklich wenig Geld, echt geile Sachen anstellen kann, schätze ich mich dahin gehend schon ein wenig glücklicher. Klar hätte ich gerne die Fetten Moneten um die USA, Japan, Hawaii, Costa Rica etc zu bereisen aber all das geht nun mal nicht, also bereise ich das, was ich eben erreichen kann. Wandern stempel ich als „ab und an mal“-Begeisterter nicht nur mit einem ok sondern mehr mit einem „ok geil“ ab 😀 Vielleicht gehen wir mal wieder ne Tour machen sofern du mein Schnaufen erträgst xD Festivals reizen mich zB gar nicht bis auf eins: Das Burning Man Festival 😀 Ich glaube das in mancher Hinischt das Leben damals „auf dem einfachen Dorf“ schon besser war aber eben auch eingeschränkter. Wir haben die Last und den Segen einer freien Gesellschaft. Is‘ wie eine Speisekarte im Restaurant, die Auswahl an Gerichten ist überwältigend, so ist es mit den Auswahl der Aktivitäten du kannst im Grunde tun und lassen was du willst. Satt kannst du mit ner Port. Pommes mit Mayo für 1.50€, genau so gut wie für ne Port. Burger mit Blattgold und Kavia für 45.60€ werden. Anders: Spaß kannst du beim Wandern haben für vielleicht 3-5€ Sprit (um iwo hinzufahren) oder für 285€ auf nem Festival. (ich nehm das Wandern)… Meine Wochenenden verbringe ich so wie ich da gerade Lust drauf habe, damit irgendwen beeeindrucken zu wollen habe ich schon lange abgelegt und wenn man das irgendwann geschafft hat, ist es viel einfacher näher ans Glück zu kommen 🙂 Das mit dem Picknick ist eine mega geile Idee. Musik, gute Menschen, Essen… Es kann so günstig und so gut sein. Ein wirklich interessanter Artikel, danke für den Beitrag 🙂

    Auf ganz bald 🙂

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    1. Danke Henne für diese Klasse Antwort 🙏🏻 🙏🏻. Das Wandern mit dir steht schon in meinem Kalender 😊.

      Ich glaube den wichtigen Unterschied macht, wie du schon sagst, ob man etwas wertschätzt oder nicht. Ob man etwas seiner selbst Willen macht oder weil man gefallen möchte 😬.

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  2. Schmunzel .. Selbstdarstellung und Selbstvermarktung ist nun gerade mal „in“. Grundsätzlich bleibt es einem ja selber überlassen, ob man da mitmacht, oder auch nicht. Wenn es da nicht den „Gruppenzwang“ oder die Werbung gäbe und man selber das Gefühl hat: „Ich will/möchte dazu gehören“. Fragt sich eigentlich nur: Wozu will/möchte man gehören? Zur Herde, die man melken kann oder zur Herde, die darüber nachdenken, was sie tun. Obwohl, denken ist, glaube ich, auch aus der Mode gekommen. Tja, dafür gibt es ja Influencer. Die denken für einen.

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    1. Hey molefran,

      wie Du schon sagst, ist es einem selbst überlassen. Aber ich finde, dass es verdammt wenige Menschen, gerade auch jüngere, die dieses Konsum-Verhalten hinterfragen …

      Danke für deinen Kommentar.
      Lg 🙂

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  3. Ich glaub, wer ohne viel Geld – ganz ohne geht es nicht – nichts mit sich anzufangen weiß, der weiß es auch mit Geld nicht. Man kann sich dann zwar eine Jacht im Mittelmeer leisten, aber langweilt sich darauf genauso wie der Hartzempfänger zuhause vor dem Fernseher .. Ganz lieben Gruß und danke für die Denkanregung ❤

    PS: Wozu Shisha-Bars? Da kann ich mich auch vor unser Kohlekraftwerk setzen, das qualmt genauso .. und Musik hör ich sowieso eine andere ..

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