Kommunikation, die Bitch des Jahrhunderts

Es kann gut sein, dass die Überschrift etwas zu vulgär ist, aber sie drückt einfach zu gut aus was ich in letzter Zeit so fühle … nämlich pure Aggressionen ..

Schon bei Instagram habe ich dieses Thema aufgefasst, aber nun muss ich es doch noch einmal ausführlicher niederschreiben.

Ist euch auch schon einmal aufgefallen, dass viele Menschen nur antworten, aber nicht zuhören wollen?

person woman smartphone calling
Photo by Breakingpic on Pexels.com

Man fängt ein Gespräch mit jemandem an und schon nach wenigen Sätzen merkt man: „Uff, da will jemand nur seinen Scheiß loswerden und überhaupt nichts von mir selbst wissen.“

Die Frage „Wie geht´s ?“ wird oftmals nur obligatorisch gestellt. Häufig wird die Antwort, welche man gibt, nur abgearbeitet, damit der andere schnell zu seinem Befinden kommen kann..

Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber ich möchte mich durch diesen Beitrag einfach mal auskotzen und auf Unannehmlichkeiten hinweisen..

Kennt ihr solche Gespräche?

1)
A: Ich war heute wandern.
B: Oh ne, wandern ist für mich überhaupt nichts. Da sind immer so viele …. und ich gehe lieber … , das macht ja auch viel mehr Spaß. Erst letztens war ich … bla bla

2)
A: Mir geht es heute nicht so gut.
B: Mir auch nicht. Ich hab so schlecht geschlafen. Bin um 4 Uhr aufgewacht und dann …

= In beiden Fällen sieht man, dass Typ B direkt mit seinen Sachen antwortet ohne auf Typ A einzugehen ..

Das Alter, die Herkunft, das Geschlecht .. all das spielt überhaupt keine Rolle beim Versagen der Kommunikationsregeln. Je mehr Menschen ich kennenlerne, desto schlimmer wird das Gefühl, dass viele einfach keine Manieren haben ..

Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster, wenn ich sage, dass ich jedes Mal versuche so gut wie möglich auf die Dinge einzugehen, die der Gegenüber ausspricht. Manchmal passiert das nicht sofort, sondern erst nach zwei weiteren Sätzen, aber dennoch ist es bei mir abgespeichert.

Es kann vorkommen, dass der Informationsfluss so riesig ist, dass ich es nicht sofort schaffe auf all das Gesagte einzugehen und wenn ich mal ehrlich bin, kommt es auch sehr oft vor, dass es dem „Erzähler“ auch nicht wichtig ist, was ich dazu zu sagen habe.

Seit neustem habe ich die Angewohnheit dicht zu machen, wenn ich merke, dass der andere ein egozentrisches Arschloch ist. #sorrynotsorry
Ich fange an abzuschalten und nur noch „hm“ oder „ja“ zu antworten und widme meine Aufmerksamkeit meinen eigenen Gedanken.

woman working girl sitting
Photo by Alexander Dummer on Pexels.com

Wann das bei mir der Fall ist? Meistens dann, wenn dieser jemand andauernd über sich redet und sogar die Antworten von einem selbst direkt mit neuen Sätzen „überfährt“. Ich finde, dass man recht schnell merkt, ob jemand wirklich auffasst, was man erzählt oder ob er nicht zuhört und nur so tut als ob.

Diese Menschen treten häufig dort auf, wo man kaum eine Rückzugsmöglichkeit hat: Auf der Arbeit, auf einer Party, auf Familienfeiern …

Und das Blödeste an der Geschichte ist, dass man selbst viel zu nett ist und nicht unhöflich sein möchte, indem man sich einfach abwenden würde.

Aber genau das möchte ich ändern. Scheiße verdammt, diese egoistischen Alleindarsteller gehen mir so auf die NÜSSE! Sie nutzen einen aus, indem sie ihren negativen Ballast loswerden ..

( ES TUT MIR LEID, ICH GLAUBE DIESER BEITRAG WIRD WIRKLICH SEHR DERB, ABER WAS RAUS MUSS, MUSS RAUS)

… aber nie gelernt haben zuzuhören. Mal ehrlich, diese Menschen rauben einem die Zeit und geben dir dafür nur ihre negativen Gefühle mit. Sie vergewaltigen einen förmlich damit. Sie sind ihre „Last“ los und du bist derjenige, der sich mit ihrem Misthaufen beschäftigt.

Manche sind sogar richtig begabt in diesem Fach. Sie lassen dir gar kein Spielraum, in dem man mal sagen könnte: „Hey du, ich will auch mal was sagen, aber du lässt mich nicht zu Wort kommen.“ Nein, sie fahren einfach auf der Überholspur weiter.

Verdammt, ich muss wirklich lernen asozialer zu sein. Denn im Endeffekt raubt es mir nur MEINE Nerven. Aber ich denke, dass mich viele verstehen können.

Kommunikation ist soooooo wichtig und sie kann etwas ganz Wunderbares sein. Für mich ist ein Geschenk, wenn sich ein Mensch mir gegenüber öffnet und damit seine Verletzbarkeit preisgibt. Genauso schön ist es, wenn man meinen Rat möchte. Das sind super tolle Erfahrungen. Und es ist auch völlig in Ordnung, wenn ich nur mal Zuhörer bin, bei Freunden, denen etwas Schweres auf dem Herzen liegt.

Einfach nur Zuhören, kann wunderbar sein.

Wenn jemand, den wir nicht wirklich kennen, uns aber intime Leidensgeschichten erzählt, dann können wir davon ausgehen, dass dieser Mensch das bei vielen anderen auch tut um Mitleid zu ernten.

Diese Menschen sind auch die, die Lösungsansätze einfach überhören, weil sie sich verdammt wohl in ihrer Mitleidsnummer fühlen.. man, wie ich Menschen manchmal hasse…

Seitdem ich mal auf einem Seminar war, hat sich einiges bei mir getan.

Das Seminar hatte ein Schauspieler geleitet und es ging darum seine Kommunikation zu verbessern. Der Herr hat uns Teilnehmern einen ganz tollen Trick gezeigt, weil er meinte, dass es manchmal schwierig sei ein Gleichgewicht zwischen Zuhören und Erzählen zu schaffen, also erklärte er uns folgende Übung:

Übung: Gleichgewicht von Zuhören und Erzählen

Man stelle sich seinem Gesprächspartner gegenüber und Partner A fängt an etwas zu machen, was Partner B nachmachen soll.

Zum Beispiel, wenn Partner A seine Rechte Hand hebt, muss Partner B, wie ein Spiegel, seine linke Hand heben.

Irgendwann fängt Partner B an Dinge vorzumachen, die Partner A nachmachen muss. Nach einer Weile geht es darum, dass jeder nacheinander Bewegungen macht, die der andere übernimmt und das natürlich abwechselnd.

Somit wechselt jeder Partner von dem aktiven in den passiven Part.

Vom Zuhörer zum Erzähler. Vom Erzähler zum Zuhörer.

So sollte es auch beim Sprechen mit jemandem sein. Man erzählt was, der andere geht darauf ein, dann darf er was erzählen und der andere geht darauf ein. Ein hin und her, bei dem jeder erzählen, aber auch ZUHÖREN darf.

(Ausgeschlossen,wie gesagt, sind hier Krisen wie: Liebeskummer, Streit mit der Familie, einen starken Verlust usw. eben da, wo der andere einfach Mal seelischen Trost braucht.)

Was ich sagen möchte ist, dass ich mich einfach in Zukunft noch viel mehr schützen will. Ich möchte kein kostenloser Psychologe sein bei Menschen, die mir nicht nahe stehen. Ich möchte nicht den Ballast von anderen nach Hause nehmen müssen, den sie selbst, wie eine Eintagsfliege, schon wieder vergessen haben, ich möchte Menschen direkt ansprechen, wenn ich finde, dass sie eher einen Monolog statt eines Gespräches führen.

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Ich will einfach nicht die Dumme sein, die immer wieder Fragen stellt und versucht auf das einzugehen, was der andere gesagt hat, er aber mir wiederum überhaupt keine Aufmerksamkeit für meine Themen schenkt und bei allem was ich sage nur seine Meinung, aber nicht sein Interesse wiedergibt.

Achja und auch online ist man nicht vor einseitiger Kommunikation geschützt. Auch hier kommt es vor, dass Leute mit ihren Problemen zu mir kommen, ich mir diese zu Herzen nehme, eine zeitintensive Antwort formuliere und darauf nur eine „Gefällt mir“ geklickt wird.. ich werde es wohl nie verstehen ..

Ich hoffe, dass dieser Beitrag nicht zu negativ war.. zumindest hoffe ich, dass viele Menschen dieses Problem kennen und somit nachvollziehen können.

Make the „Kommunikation“ great again.
ZUHÖREN und sich nicht ausnutzen lassen.

Verkauft euch nicht unter Wert!

Also bleibt dabei,
EURE WOLFSFREI ♥

3 Gedanken zu „Kommunikation, die Bitch des Jahrhunderts“

  1. Ich bin da ganz anders: Ich könnt dir von mir erzählen. Erst gestern in der Mittagspause .. 😉

    Nein, ohne Spaß: Was du schreibst, hab ich auch schon erlebt. Deshalb sind ja die wahren Menschen so wichtig, die sich wirklich einmal mit Empathie in einen reinversetzen, die zuhören und mitfühlen und das ist eigentlich schon Hilfe genug.

    Ich wünsch dir, dass es auch anders läuft und dass du jemand hast, der dir gerne zuhört, dich dabei ansieht und genießt, wie sich deine Lippen zu deinen Worten formen. Verbring deine Freizeit nicht mit narzisstisch gestörten Persönlichkeiten: Die finden wir in Schule und auf Arbeit zur Genüge. Such dir Menschen, wo du frei von Leber weg reden kannst und wo man dich mit Wärme auffängt, auch mal in den Arm nimmt und drückt, was ich gerne aus der Ferne tue, wenn du es zulässt. LG Sven 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Herzkoma,
      dankeschön :).

      Du hast recht, dass man durch das Schreiben Frust loswerden kann und das finde ich super :). Es scheint als würde ich nur komische Menschen um mich rum haben, aber ich muss sagen, dass das nicht der Fall ist. Ich habe auch sehr liebevolle Menschen um mich, die es verstanden haben, zuzuhören ♥.

      Du scheinst sehr lieb zu sein :).

      Gefällt 1 Person

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