Essanfälle als Lebenspartner?

Es ist 02:00 Uhr nachts und mein Schlafrhythmus ist mal wieder durch die Nachtschicht hinüber.

Also schreibe ich nun diesen Text hier. Über Essanfälle.

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@px_graphics

Es gab bei mir eine richtig richtig gute Zeit in der mein Leben geklappt hat ohne sich zu überessen und das sogar monatelang. Und diese Situation hielt noch bis vor ein paar Wochen an.

Ich hörte auf meinen Körper, auf meine Geschmacksknospen und respektierte mich.

Und nun ist alles wieder über Board?

So halb. Essanfälle sehe ich nicht mehr wie früher als Feind an. Sondern als Signal, das mir sagt, dass etwas gerade so gar nicht läuft wie es laufen sollte.

Ich bin sogar froh, dass es meine Essanfälle gibt. Für mich sind sie so, als würde man einen Schwangerschaftstest machen. Du merkst, dass irgendwas gerade nicht so stimmt und der Test gibt dir Gewissheit. So geben mir die Essanfälle Gewissheit, dass ich zu wenig auf mich Acht gegeben habe.

Perfektionismus strebe ich nicht an. Nur bin ich hin und wieder von meiner Gefühlswelt überrumpelt. Als würden mehrere Menschen an meinen Armen ziehen.

Ich stecke zurzeit in einer beruflichen Übergangsphase und um ehrlich zu sein gefällt es mir nicht. Es füllt mich nicht aus. Davor die Zeit hatte ich mir eine Auszeit genommen. Dennoch blieb ich nicht auf meinem Hosenboden sitzen.

Ich arbeitete vieles aus. Habe meine beste Freundin bei ihrer Musik unterstützt. Und zusammen tüftelten wir neue Pläne aus. Hier ist zum Beispiel ihr erstes Musikvideo zu sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=ynD1KD0ZZK8

Das war viel Arbeit und Stress, aber es hat mich keinerlei aus der Bahn geworfen. Es fühlte sich gut an, sehr gut sogar.

Das ist das Problem, wenn man solch einen Seelenhunger in sich hat. Er schreit „Gib mir Kreativ-Projekte.“ Und tut man es nicht, ist man im Ungleichgewicht. So ist es jedenfalls bei mir und meiner Freundin. Vielleicht kennst du das ja auch?!

Und dann sagt das Leben „Hey so geht das gerade nicht du MUSST anderes tun, damit Du Rechnungen bezahlen kannst.“

Hachja, so ist das. Zu gerne würde ich mein Hobby zum Beruf machen. Ich habe so viele Ideen im Kopf von denen ich weiß, dass sie gut ankommen würden.

Und dann fehlt immer diese blöde Zeit und das Geld. Traurig nicht wahr?

Ich bin der Meinung, dass es sehr vielen Menschen so geht und ja ich weiß mich hat es nicht am schlechtesten getroffen.

Viele Leute tun Dinge nur um ihr Hamsterrad bezahlen zu können. Diese Ironie, dass man sich ein Auto kauft nur um damit zur Arbeit zu fahren und es abbezahlen zu können …

leben-nach-der-arbeit
@ Roger Schmidt

Ich möchte hier auch nicht unnötig Schlechtes rüberbringen. Was ich sagen möchte ist, dass ich zurzeit einfach im Zwiespalt bin und sich das bei mir im Essverhalten widerspiegelt. Mein Blog ist Teil meines Lebens. Wie ein Tagebuch, dass ich mit Euch teile um Mut zu geben und zu sagen:

Du bist nicht allein.

Zurzeit gibt es meine Welt in zwei Universen. Die eine ist ein Traum und bringt tolle Seelennahrung mit sich.

Die andere besteht aus Pflichtbewusstsein.

Mein Unterbewusstsein jedoch zu veralbern klappt nicht und die Essanfälle tragen es zum Licht.

Meiner Meinung nach hat man mit Essanfälle zu kämpfen, wenn man Frust in sich trägt, wenn die Gefühle die man hat kein Ventil finden. Es geht darum, dass wir alle etwas in uns schlummern haben. Diese besondere Lebenslust. Das was uns wirklich glücklich macht.

Aber wir lassen sie zu oft verstummen und das hat eben Auswirkungen. Depressionen, Essstörungen, Aggressionen, Lustlosigkeit usw.

Wir dürfen unsere Träume jedoch nicht aufgeben. Es ist ok, dass man hinfällt nur man muss eben immer wieder aufstehen und Geduld mit sich haben.

So kann ich sagen, dass es mich freut, dass ich in meiner anderen „Welt“ derzeit Fortschritte mache, was mich natürlich sehr freut. Ich darf nur eben noch etwas mehr Geduld lernen.

Und Essanfälle wird man nicht mal so eben los. Sie haben immer ihre Gründe warum sie wieder als Begleiter in unser Leben kommen. Sie geben uns dort Halt wo es uns an Kraft fehlt.

Aber ich bin fest davon überzeugt, dass ich sie als guten alten Freund irgendwann einmal verabschieden darf. Dann, wenn ich die Sarah sein darf, die ich bin. Und mein Können beweisen darf.

Natürlich tue ich das jetzt auch schon in meiner Freizeit, aber ich hätte wirklich gerne noch mehr Platz zum Denken dafür.

Bleib dabei,
Deine Wolfsfrei ♥