Intim werden – was Selbstliebe mit unserer Sexualität zu tun hat

Wer kennt es nicht…

Du findest jemanden toll und kannst Dir sogar mehr mit der Person vorstellen. Ihr datet und küsst euch … es wird immer heißer …
Doch eine Sache hält Dich zurück.
-Dein Körper.

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Selbstliebe ist ein spannendes Thema, welches auch in der Sexualität eine wichtige Rolle spielt.  Wahrscheinlich wird dieser Text eher für die Leserinnen sein, aber ich möchte nichts ausschließen.

Ich finde es total wichtig sich so zu nehmen wie man ist.
Als ich meine ersten sexuellen Erfahrungen gemacht habe, kannte ich das Thema Selbstakzeptanz gar nicht, was ich aber kannte, waren starke Selbstzweifel.

  • Was wird mein Freund von mir denken, wenn er mich nackt sieht.
  • Wird er mich schön finden?
  • Ich schwitze, das ist soooo peinlich.

Ja, solche Gedanken gingen mir durch den Kopf und natürlich ist es auch auf einer bestimmten Art und Weise normal, wenn man seine ersten „Erfahrungen“ macht, so zu denken. Was aber nicht so sein sollte, ist, dass einem diese Gedanken immer wieder begleiten.

Nicht nur beim Sex hatte ich diese Gedanken. Sie waren allein schon präsent, wenn es darum ging mich auf den Schoß meines Partners zu setzen. Wenn es dazu kam, habe ich mich sehr bemüht mich abzustützen und nicht mein volles Gewicht auf seine Beine zu „quetschen“.

Anderes Beispiel: Als mein Partner mich auf die Schultern genommen hat, damit ich besser auf einem Konzert sah. Ich dachte mein Partner bricht zusammen und wird nie wieder was mit mir zu tun haben wollen!!!

Ja, unser liebes nettes und doofes Scharmgefühl..
Das Leben ist kein Hollywoodfilm und es gibt sooo viele Dinge die „normal“ in einer Partnerschaft sind, die ich mal aufzählen möchte:

  • schwitzige Hände beim Händchen-Halten zu haben
  • Mundgeruch nach dem Aufstehen zu haben
  • Lust auf Sex zu haben
  • mehr Lust auf Sex zu haben als der Partner
  • weniger Lust auf Sex zu haben als der Partner
  • beim Sex scheiße auszusehen
  • einen Blähbauch zu haben
  • ein großes Geschäft zu verrichten
  • zu pupsen (yeah she said it)
  • Stoppeln beim Rasieren vergessen zu haben
  • Haare an verschiedenen Stellen zu bekommen z.B. Oberlippe
  • mehr zu essen, als der Mann
  • ungeschminkt kacke auszusehen

…. und und und

Dass die Lust beim Partner unterschiedlich zu der eigenen sein kann, empfinde ich als völlig normal. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich. Hat man zu viel Stress kann das den Lustpegel gewaltig senken.

Hat die Frau keine Lust, weil ihr es immer wieder ohne Weiteres verlangt, dann solltet ihr eurer Verhalten noch einmal überdenken. Ich denke ich kann für alle Frauen sprechen, dass es sehr lustvoll ist, wenn der Partner uns respektiert und uns ab und zu dieses besondere „Date-Feeling“ zurück aus der Vergangenheit holt.

Es gibt doch nichts Schöneres, wenn man von seinem Partner „angeschmachtet“ wird und so empfindet es auch sicherlich der Mann.

Ich möchte etwas ganz Einfaches durch diesen Blogbeitrag sagen:
Wir sind alle unperfekt, haben unsere Macken und sehen alle nicht 24/7 perfekt gestylt aus und handeln perfekt.

Was die besondere Intimität in eine Partnerschaft holt, ist sich bei seinem Partner fallen zu lassen. Ich habe das lernen dürfen. Und Selbstliebe hat mir dabei geholfen.

Ich weiß, dass ich nicht wie die Damen in erotischen Filmen aussehe und dass ich keinen flachen Bauch habe wie aus der besonderen Werbung „… die so schön geprickelt hat in meine Bauchnabel ..“

Was Ihr Euch klar machen dürft ist, dass Euer Partner nicht umsonst mit Euch zusammen ist. Er findet Euch attraktiv! Und ich gehe auch mal davon aus, dass er Euch liebt. Sprecht über Eure Wünsche oder Ängste, dass Ihr Probleme damit habt Euch fallen zu lassen.

Gemeinsam kann man sicherlich eine Lösung finden oder Neues ausprobieren.

Und ja, es gibt Stellungen die uns besonders scheiße aussehen lassen, aber dieses Problem haben wir alle. Genießt Eure Sexualität und lasst die kritische Kopfstimme verstummen.

Lasst Euch fallen, achtet nicht auf Eure Speckrollen oder Eure hängende Brüste. Verstellt Euch nicht vor Eurem Partner.
Zeigt, dass Ihr Bedürfnisse habt.

Ich finde eine Beziehung ist erst dann so wirklich intim, wenn man so sein darf, wie man ist. Natürlich dürft Ihr Eure kleinen Geheimnisse bewahren, aber beim Menschsein sollte es keine Einschränkungen geben.

Hier noch etwas was ich sagen möchte und was weniger erotisch aber menschlich ist. Als ich meinen Partner kennenlernte, habe ich natürlich versucht so richtig „mädchen“ zu sein. Nach dem Motto, dass Frauen niemals auf die Toilette gehen müssten, höchstens zum Pippi machen.

Zu was das führte? Zu heftigen Magenkrämpfen…
Gerade zu Anfang geht man oft essen. Natürlich darf da auch keine Pizzerier ausgelassen werden oder das Chips-Essen beim Filmabend.

Natürlich führt solches Junkfood zu Bauchweh und zu weniger Lust auf Intimitäten.
Was mir half? Ganz einfach, meinem Partner zu erzählen, dass ich Bauchkrämpfe habe und erstmal auf die Toilette muss.^^

Wie gesagt, wir sind alle Menschen und soll ich Euch was sagen? Mein Partner hat es auch erleichtert, weil er sich selber sein Menschlichsein auch verkniffen hatte.

So viel zu diesem Thema.
Das war nur ein kurzer Blogbeitrag, aber ich hoffe, dass er Dir gefallen hat.

Bleib dabei,
Deine Wolfsfrei ♥